tief hinunter und hoch hinaus

(03.12.5.12.2010) der colca-canyon, einer der tiefsten canyons der welt. wir starten unsere canyonexpedition auf 3200m, in cabanaconde – und von nun an gings berg ab. der weg windet sich entlang der felswände und serpentinenmäßig gehts runter, 1200m weit. nach ca. 4h erreichen wir den tiefpunkt – des canyons, meiner kommt erst später ;-) wir überqueren den fluss, wandern auf der anderen seite wieder etwas rauf und dann kommt die erste wirkliche hürde. es wird gerade eine straße gebaut – die sprengarbeiten sind mitten im gange und der weg, der einmal vorhanden war, wurde verschüttet. und natürlich ist auch die straße noch nicht fertig. was nun? die bauarbeiter meinen ja recht cool, wir sollen einfach weitergehen – über ein geröllfeld, wos einfach nur runter geht. ich will eigentlich schon wieder umdrehen, denn ich seh da für mich überhaupt keine chance, aber da nimmt mich ein bauarbeiter bei der hand und schafft es tatsächlich mit viel geduld und mühe, mich rüber zu bringen. der rest der wanderung ist nicht mehr so tragisch und wir werden belohnt mit einem bad in einem warmwasserpool am fuße des canyons in llahuar, wo wir auch übernachten. am 2. tag gehts wieder rauf, rauf, rauf – zu einem mirador. die landschaft ist genial, aber die wege für mich, die ich doch etwas unter höhenangst leide, sehr am limmit. und nach dem mirador kommt mein tiefpunkt – jetzt müssen wir weder rauf noch runter, sondern einfach nur rüber. eigentlich die leichteste übung, müsste man meinen. dachte ich auch zuerst, aber plötzlich ist mir bewusst geworden, wie steil es da neben mir runter geht und aus ists. panik überfällt mich und ich stehe zum felsen gewandt da und weigere mich, weiterzugehen. was natürlich, auf lange sicht gesehen, überhaupt keine lösung ist – das ist mir schon klar hilft mir allerdings gar nichts. robert bastelt dankenswerterweise eine haltevorrichtung an seinem rucksack. an der kralle ich mich fest, den blick nur auf seine beine gerichtet gehts dann doch weiter – etwa eine stunde, bis wir endlich ein dorf und damit für mich sicheren boden erreichen. nach einer stärkenden suppe und einer wichtigen psychologischen verschnaufpause gehts wieder runter zum fuße des canyons, wo wir die 2. nacht verbringen. am 3. tag gehts nur noch rauf, 1200m retour nach cabanaconde, das wir nach 3 1/2h erreichen – endlich, das war fast etwas zu waghalsig für mich, aber natürlich dennoch genial.

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